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kastration:wahrheit und mythos?

Es gibt viele Mythen und Wahrheiten zum Thema Katzenkastration, hier sind einige zusammengefasst:


Eine Katze muss mindestens einmal Junge bekommen:
Eine Katze, die nicht mindestens einmal geworfen hat, wird nicht richtig erwachsen werden.
Rein aus gesundheitlicher Sicht ist es absolut  unnötig, eine Katze einmal werfen zu lassen, bevor sie kastriert wird.
Was das Erwachsen werden angeht, manche Katzen bleiben einfach zeit ihres Lebens kleine Chaoten und Tollpatsche, was jedoch eher eine Charakterfrage als  eine Kastrationsfrage sein dürfte.


Eine Katze muss vor einer Kastration mindestens einmal rollig gewesen sein:
Das ist so nicht richtig, grundsätzlich spielt es keine Rolle, ob eine Katze vor der Kastration einmal rollig war oder nicht.
Eine Hormonbelastung durch eine Rolligkeit kann allerdings schädliche Folgen haben und die Bildung von Tumoren  und Zysten begünstigen.

Was man nach Möglichkeit vermeiden sollte, ist, die Katze während einer Rolligkeit kastrieren zu lassen (wegen der höheren Durchblutung der Organe). Es ist sinnvoller, eine Katze ausrollen zu lassen oder, falls nötig, die Rolligkeit medikamentös zu beenden, da während der Rolligkeit einfach ein  höheres OP-Risiko besteht.


Kastrierte Katzen werden übergewichtig:
Tatsache ist, dass der Energiebedarf einer kastrierten Katze um etwa 25 bis 35 Prozent niedriger ist, als der einer unkastrierten Katze.
Frisst eine Katze nun die gleichen Mengen wie zuvor, kann es sein, dass sie übergewichtig wird.
Die meisten Katzen sind jedoch problemlos in der Lage, ihr Fressverhalten an den geringeren Energiebedarf anzupassen.

Ist dieses  nicht der Fall, ist der Halter gefragt, der seine Katzen vernünftig  ernähren sollte, und  die Futtermenge so anpasst, dass die Katze ihr Idealgewicht hält.
Dabei sollte nicht vergessen werden, dass sich eine Katze, die mit einem halben Jahr kastriert wird, noch  im Wachstum befindet und eventuell mehr Futter braucht, als eine ausgewachsene  kastrierte Katze.


Früh Kastrierte Kater wachsen nicht mehr und bekommen keinen typischen Katerkopf:
Öfter häufig hört man, dass Kater, die vor dem Ende des ersten Lebensjahres kastriert wurden, nicht mehr wachsen und eher wie Katzen, denn stattliche Kater aussehen würden.
Das stimmt nicht, was die vielen  großen kastrierten Kater mit deutlichem Katerkopf beweisen.
Bleibt ein Kater zierlich, spielt  oft die Veranlagung oder z.T. auch eine schlechte Kinderstube (Mangelernährung) eine Rolle.

Es kann vorkommen, dass es bei Katern, die vor Eintritt der Geschlechtsreife kastriert werden, zu so genanntem „dysproportioniertem Hochwuchs“ kommen kann, da das Knochenwachstum verlängert und der Schluss der Wachstumsfugen verzögert wird.
Im allgemeinen ist es jedoch so, dass dieser Hochwuchs so minimal ist, dass er Katzenhaltern gar nicht bis kaum auffällt.


Wohnungskatzen müssen nicht kastriert werden:
Häufig herrscht die Annahme, Wohnungskatzen brauchen nicht kastriert werden, da es in der Wohnung ja nicht zu einer Deckung kommen kann, (außer wenn Katze und Katzer in einem Haushalt leben).
Das ist grundsätzlich erst mal richtig, jedoch sind rollige Katzen zum einen sehr erfinderisch, wenn sie aus der Wohnung zu einem potenten Kater fliehen wollen und zum anderen können ständige Rolligkeiten, schwere gesundheitliche Folgen haben (z. B.  Dauerrolligkeit).
Ein unkastrierter Kater in der Wohnung kann durch Markieren und andere, nicht so gern gesehene Verhaltensweisen, das harmonische Zusammenleben von Mensch und Tier stark beeinträchtigen.


Kastrierte Kater markieren nicht:
Wird ein Kater kastriert, bevor er beginnt, in der Wohnung zu markieren, stehen die Chancen gut, dass er es auch zukünftig bleiben lässt.
Hat ein Kater das Markieren bereits schon für sich entdeckt, kann es gut möglich sein, dass er diese „Unart“ auch nach einer Kastration beibehält.
Wichtig ist, zu unterscheiden, ob es sich um Markieren oder nicht doch um Protestpinkeln handelt.


Kastrierte Katzen/ Kater neigen zu Harnsteinen:
Kastrierte Kater haben grundsätzlich ein höheres Risiko an Harnsteinen zu erkranken, als unkastrierte Kater.

Eine Studie der WINN Feline Foundation , die sich mit der Frühkastration von Katern beschäftigte, ergab jedoch, dass die Entwicklung der Harnwege durch die Frühkastration nicht negativ beeinflusst wurde. Eine mögliche Erklärung für das erhöhte Risiko bei kastrierten Tieren ist, dass Übergewicht  und Trägheit die Bildung von Harnsteinen begünstigen können. Wird ein Kater nach einer Kastration übergewichtig, weil dem veränderten Energiebedarf nicht Rechnung getragen wird, kann sich das Risiko, Harnsteine zu entwickeln, erhöhen.

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Frühkastrationen sind schädlich:

Die Frühkastration, also die Kastration von Kitten (ab der 7. Woche) ist erwiesenermaßen nicht mehr oder weniger schädlich als eine „normale“ Kastration.
Oft ist das Gegenteil der Fall,  die Kitten sind im Normalfall schneller wieder fit und die Frühkastration bietet auch weitere Vorteile.

Siehe dazu auch hier: Kastration


Man nimmt den Katzen den Spaß, die Tiere müssen ihre Sexualität ausleben dürfen:
Einmal vom Tierschutzgedanken abgesehen (ein Blick in die übervollen Tierheime und die Zahlen heimatloser Streunerkatzen dürfte genügen), dient die Paarung bei der Katze vor allem dem Arterhalt, gesteuert vom Fortpflanzungstrieb.

Ob einer Katze  der für sie schmerzhafte Paarungsakt oder eine stressige Rolligkeit wirklich Spaß macht?

Auch für einen Kater kann der „Spaß“ schwerwiegende Folgen haben, angefangen von Wunden nach Katerkämpfen bis hin zu tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten (Unkastrierte Katzen/Kater haben ein viel höheres Risiko, an Infektionen zu erkranken)
Ob die Tiere „Spaß“ in dem Sinne empfinden, was ein Mensch unter „Spaß“ versteht, wird man kaum beurteilen können.  
Der mögliche „Spaß“ kann einen sehr hohen Preis haben und ein Tierhalter sollte die Verantwortung übernehmen.


Kater werden kastriert, Katzen sterilisiert:
Auch wieder so eine Aussage, die sich hartnäckig hält.
Eine Sterilisation bezeichnet das Durchtrennen oder Abbinden der Keimdrüsen, die Kastration die Entfernung dieser.
Beide Eingriffe können sowohl bei der Katze als auch Kater vorgenommen werden.
Tierärzte führen im Allgemeinen nur noch Kastrationen beim Katzen und Katern durch.

Siehe: Unterschied Kastration und Sterilisation


Eine Katze/Kater  muss mindestens 2,5 Kilogramm wiegen und 6 Monate alt sein, um kastriert werden zu können:
Das stimmt  nicht, siehe: Kastration


Kastrierte Katzen/Kater werden ruhig und faul, und fangen keine Mäuse mehr:
Meist ist genau das Gegenteil der Fall. Durch den Wegfall des Fortpflanzungstriebs haben die Katzen/Kater  viel mehr Zeit, sich der  ausgiebigen Jagd zu widmen.
So entwickeln sich gerade kastrierte Katzen oft zu hervorragenden Jägern und sind oft auch viel anhänglicher und verspielter als ihre potenten Artgenossen.
Ruhiger werden die Katzen vor allem in der Hinsicht, dass der Fortpflanzungstrieb wegfällt,  die Unruhe in der Rolligkeit ausbleibt, oder die Suche nach einem geeigneten Paarungspartner entfällt.


Würden alle Katzen  kastriert, würden die Katzen aussterben:
Da es nach wie vor leider immer noch ausreichend Katzenhalter gibt, die ihre Katzen nicht kastrieren lassen, wird dies nicht passieren.
Hinzu kommen die sich stetig vermehrenden Streuner und natürlich auch noch die Zuchtkatzen.


Eine Kastration ist gefährlich:
Grundsätzlich gehört eine Kastration zu den  Routineoperationen eines Tierarztes,  und es treten sehr selten Komplikationen oder Probleme auf.
Vorteilhaft ist auch, dass es sich bei den meisten Katzen, die kastriert werden, meist um junge und gesunde Tiere handelt.

Natürlich ist es jedoch eine OP mit einem Narkoserisiko und allgemeinem Operationsrisiko.
Das geringe Risiko kann durch Voruntersuchungen, einen kompetenten Tierarzt und eine schonende Narkosemethode noch weiter minimiert werden.


Etwas zum Tierschutzgesetz:
Einem gesunden Tier ohne triftigen Grund gesunde Organe zu entnehmen ist Tierquälerei und verstößt gegen das Tierschutzgesetz.

Im § 6 des Tierschutzgesetzes steht:

 (1) Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres. Das Verbot gilt nicht, wenn
1. 1. der Eingriff im Einzelfall
1. a) nach tierärztlicher Indikation geboten ist oder

5. zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung oder – soweit tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen – zur weiteren Nutzung oder Haltung des Tieres eine Unfruchtbarmachung vorgenommen wird.

Man kann diesen Absatz auf unterschiedliche Arten auslegen, jedoch ist es bei Freigänger Katzen (egal  ob Katze oder Kater) nicht möglich, eine unkontrollierte Vermehrung  zu verhindern, wenn man diese nicht kastriert.

Auch Wohnungskatzen können durchaus mal durch eine Türe entwischen.
Hinzu kommt, dass die Kastration bei Katzen eine effektive  Vorbeugung gegen zahlreiche Krankheiten, wie z. B. Entzündungen der Gebärmutter oder von Mammatumoren darstellt.
Bei Katern betrifft dies potenzielle Tumoren an Prostata und an den Keimdrüsen, deren Risiko durch eine Kastration gemindert wird.


Aus tiermedizinischer Sicht gibt es keinen vernünftigen Grund, seine Katze nicht Kastrieren zu lassen.

Lassen sie ihre Katze bitte Kastrieren!

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